Norwegen 2025 – Teil 1

08.10.2025 Es geht endlich wieder los!

Unsere letzte Reise nach Norwegen liegt ja nun schon gut 1,5 Jahre zurück und die war mit „mein Schiff“

Dieses Mal fahren wir wieder mit unserem Womo los und haben uns zu einem Ford Nugget Treffen nördlich der Lofoten angemeldet. Wir hoffen natürlich darauf endlich Nordlichter vor unsere Kamera zu bekommen! Geplant haben wir am 09.10. loszufahren. Da wir aber frühzeitig angefangen haben alles vorzubereiten und das Womo zu packen, können wir schon am 8.10. abends nach Feierabend losfahren. Schnell noch mit Bonnie zum Tierarzt um die Wurmkur verabreichen zu lassen und dann geht es auch schon los.

Wir möchten es gerne heute noch bis in die Nähe von Hamburg schaffen. Unser Plan ist es, in den kommenden Tagen möglichst viel Strecke zu machen, da wir mit Bonnie nach der verabreichten Wurmkur nur ein Zeitfenster von 5 Tagen, bzw. 120 Stunden haben, um in Norwegen einzureisen. Wir planen mit der Fähre von Puttgarden ( Insel Fehmarn) nach Rodby ( Dänemark) zu fahren und dann über Kopenhagen, die Øresundbrücke, Malmö, Stockholm an dem botanischen Meerbusen entlang gen Norden zu fahren. Aber dazu in den nächsten Tagen mehr…

Wie so oft in den letzten Jahren möchten wir heute bis Sittensen kommen um dort auf dem kleinen, kostenfreien Stellplatz zu übernachten. Leider mittlerweile Fehlanzeige und nicht mehr zu empfehlen, da die Plätze alle belegt waren und rundherum jeder freie Parkplatz mit Verbotsschildern für Wohnmobile ausgestattet wurde. Selbst den ehemaligen offiziellen Ausweichplatz am Freibad schmückt nun ein Wohnmobil Verboten Schild.

09.10.2025 Über Dänemark nach Schweden (Grämna)

Wir haben trotzdem dort übernachtet und sind um 6 Uhr weiter gefahren. So standen wir dann bereits um 08:30 an der Fähre in Puttgarden.

Die Überfahrt dauert eine Dreiviertelstunde und ist sehr angenehm. Es sind wenig Passagiere an Bord. Bonnie bleibt während der Überfahrt alleine im Womo, das kennt sie ja bereits und fühlt sich in ihrer Höhle im Womo sehr wohl. Den Stress, Bonnie mit raus zu nehmen, tun wir ihr und uns nicht an!

Dänemark begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein und wir fahren bis kurz vor Kopenhagen und legen am Strand eine Kaffeepause mit Gassirunde ein. Mit Bonnie laufen wir durch ein Naturschutzgebiet an einen wunderschönen Sandstrand.

Nach der erholsamen Kaffeepause geht es über die Øresundbrücke von Kopenhagen aus nach Malmö ( Schweden). Jetzt sitzt Astrid am Steuer, wir wechseln uns ständig ab und die Bezahlung über den ‚Autopass for Ferje’ klappt unproblematisch.

Aber danach steht der Zoll!🙄 Wir haben heute einen hunderteinsprozentigen Zollbeamten und wurden sehr gründlich kontrolliert, inclusive Fotos von unseren Persos. Die Krönung war dann, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben ins Röhrchen pusten musste um einen Alkohol Test zu machen. Dieser fiel natürlich negativ aus, da wir seit Tagen keinen Tropfen Alkohol zu uns genommen haben. Eine besondere Erfahrung war es aber trotzdem…

Wir kommen danach auf schwedischer Seite super gut durch, auf der Autobahn ist wenig Verkehr und wir genießen die Landschaft. Gegen Nachmittag legen wir in Sjöboda nochmals eine Kaffeepause ein.

Kurz danach erwischt uns ein größeres Regengebiet, das uns die nächsten Stunden begleitet. Wir finden am Vättern See einen schönen Übernachtungsplatz und genießen den ersten Urlaubsabend bei einem leckeren selbst gekochten Essen und einem Glas Rotwein.


10.10.2025 Ach, was ist Schweden doch schön

Wir wachen auch heute wieder sehr früh auf und beschließen dies zu nutzen um noch einmal viel Strecke zu machen. Wir wollen nicht über Stockholm fahren und nutzen eine vorgeschlagene Alternativstrecke. Wir sind am Anfang etwas verunsichert, da uns Google über eine Schotterstraße führt aber es ist nur das Stück bis zur Autobahn.

Unser Frühstück nehmen wir standesgemäß neben einem Schloss zu uns. Reinhard nimmt Bonnie und den Fotoapparat zu einer Runde durch den Schlossgarten mit, während Astrid das Frühstück zubereitet.

Wir fahren am Ende wieder sehr viel und lange aber irgendwie ist das Fahren in Skandinavien anders. Es ist weniger das Gefühl schnell zum Ziel zu kommen, sondern viel mehr der Weg ist das Ziel! Immer wieder schweifen unsere Blicke in diese wunderschöne herbstlich verfärbte Landschaft, die uns mehr und mehr Gefangen nimmt!

Am Abend haben wir es dann geschafft, wir sind am Bottnischem Meerbusen angekommen. Auf dem von uns ausgesuchten Stellplatz ist leider zur Zeit eine Baustelle, wir finden aber in der Nähe einen kleinen Parkplatz auf dem wir übernachten.


11.10.2025 Am Bottnischem Meerbusen entlang, immer Richtung Norden

Heute machen wir uns gegen 8:00 Uhr auf den Weg. Wir sind die Strecke ja bereits 2021 schon einmal gefahren, diesmal sehen wir sie mit den Augen des Herbstes. Ganz anders aber so wunderschön.

Gegen 10 Uhr legen wir an einem kleinen See eine Frühstückspause ein. Wo wir heute landen werden, wissen wir noch nicht aber noch macht uns das fahren so viel Freude, dass es am Ende mehr km werden, als geplant.

Astrid fährt heute den größten Teil der Strecke und ist entsprechend kaputt, als wir für eine längere Zwischenpause von der Schnellstraße abfahren und dabei einen wunderschönen Stellplatz an einem kleinen Hafen entdecken.

Reinhard dreht mit Bonnie eine kleine Runde und nutzt die Möglichkeit mit Bonnie etwas zu spielen – auch mal ohne Leine. Nach einem Kaffee geht es dann doch weiter, einmal um ein wenig einzukaufen, zum anderen zieht unser nördlichstes Ziel.

Unser heutiges Ziel finden wir kurz hinter Luleå. Einen genau so schönen kleinen Stellplatz direkt an der Ostsee. Wir hoffen hier in der Nacht, Nordlichter zu sehen, mal schauen, ob’s was wird…


… und ob es was wurde

Reinhard hat dann doch noch, nach den ersten Bildern, seinen Fehler in den Einstellungen bemerkt. Für die Fachleute unter euch, die ISO-Automatik war noch eingeschaltet. Es war trotzdem ein tolles Erlebnis!


12.10.2025 Auf nach Norwegen

Astrid dreht morgens die Runde mit Bonnie und ist total begeistert.

Gegen 09:30 fahren wir los, dachten eigentlich, dass wir heute nicht so lange fahren würden aber weit gefehlt, wir kommen erst abends um 20:30 in Alta an.

Auf der von uns gewählten Strecke ist die Überquerung des Palarkreises sehr unspektakulär. Eine kleine Weltkugel am Wegesrand, das war es. Man muss echt aufpassen, dass man nicht vorbei fährt!

Bei der Auswahl unserer Kaffeestopps haben wir wieder ausgesprochenes Glück, diese liegen einfach traumhaft und wir können an einem sogar wieder entspannt mit Bonnie spielen.

Um kurz nach 17 Uhr reisen wir in Norwegen ein. Wir halten beim Zoll an um ordnungsgemäß unseren Hund anzumelden. Leider treffen wir hier niemanden an. Wir fragen uns, wofür müssen wir diese ganzen Auflagen mit Wurmkur, Alkohol und Lebensmittel erfüllen, wenn es dann doch keinen interessiert und keiner kontrolliert?

Von der Grenze aus rechnen wir mit gut 1,5 Stunden Fahrzeit bis Alta. Leider stecken wir schon kurz hinter der Grenze für eine gute Halbe bis Dreiviertelstunde in einer Straßensperrung fest. Danach ist es schon ziemlich dunkel und wir müssen die kurvenreiche Strecke bewältigen. Astrid sitzt am Steuer und war glaube ich noch nie so glücklich wie heute, einen LKW vor sich zu haben und diesem über viele Kilometer einfach nur folgen zu können. Über uns tanzt das Nordlicht, dem wir aber wenig Beachtung schenken, da wir mit voller Konzentration auf die Straße und die Umgebung schauen, aus Sorge ein Rentier oder ein Elch könnte auf die Straße und vor unser Womo laufen.

Gegen 20:30 sind wir dann endlich ziemlich fertig in Alta angekommen und finden einen Übernachtungsplatz auf dem Stellplatz direkt gegenüber der Nordlichtkathedrale. Hier regnet es zur Zeit noch aber wir hoffen, dass der Himmel bald aufreißt und das Nordlicht sichtbar wird. Gegen 22:30 ist es soweit, als Reinhard mit Bonnie die letzte Runde dreht, entdeckt er das Nordlicht über der Kathedrale und fotografiert mit seinem Handy. Das Zeitfenster war zu knapp um noch die Kamera zu holen! Ganz klar: Er war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort! Schon ein paar Minuten später wäre nichts mehr zu sehen gewesen!


13.10.2025 Alta – Nordkap

Wir werden wieder relativ früh wach und fahren bereits um 7:30 Uhr los. Vor uns liegen gut 235 km. Wir halten auf dem Weg noch kurz beim Bäcker und kaufen frische Brötchen und für heute Nachmittag zum Kaffee Zimtschnecken ein. Nach einer guten Stunde Fahrzeit finden wir an der E6 einen schönen Rastplatz und legen eine längere Frühstückspause ein. Hier haben wir auch die Möglichkeit, unsere Drohne auszupacken und zu testen.

Von nun an führt uns die E6 kilometerweit durch eine karge Landschaft. Wir versuchen, diese Weite in Fotos einzufangen, was uns aber nicht gelingt. Trotzdem sind wir begeistert von der sich ständig verändernden Landschaft. Erst die langen Straßen die geradeaus führen, dann die Küstenstraßen mit schroffen Felsen, gefolgt von saftigen Hügeln, wie aus dem Auenland bei „Herr der Ringe“. Die Fahrt bleibt abwechslungsreich. Ferner haben wir das Glück, dass wenig Verkehr auf den Straßen ist, wir können gemütlich fahren und die Landschaft in vollen Zügen genießen!

Wir haben im Vorfeld soooo viele Filme von Wohnmobilsten auf YouTube gesehen, die diese Reise zum Nordkap zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten bewältigt haben. Stellenweise erkennen wir die einzelnen Streckenabschnitte und sind glücklich, dass wir heute weder Schnee noch Regen oder Nebel haben!

In Honningsvåg halten wir kurz an, kaufen schnell ein paar Lebensmittel ein und füllen den Tank nochmal auf und setzen zum Endspurt unseres ersten Reiseziels an! Diese letzten knapp 30 km haben es aber in sich… jetzt verstehen wir auch, weshalb im Winter die Strecke regelmäßig gesperrt wird und dann nur im Konvoi hinter einem Schneepflug her gefahren werden kann. Sie beginnt kurvenreich, führt dann an der Küste vorbei und über eine Hochebene (wo im Winter mit Sicherheit Schneeverwehungen stattfinden) und zum Ende hin stetig ansteigend, bis zum Nordkap. Dort finden wir auch schnell in der ersten Reihe einen Stellplatz und beschließen bis morgen hier zu bleiben. Für heute Abend erwarten wir nochmal Nordlichter!

Was für ein Traum! Wir sind zum ersten Mal am Nordkap und haben sonniges, klares Wetter und Nordlichter!

Reinhard steht bei eisigem Wind vor der Weltkugel und fängt das Nordlicht ein! Er kommt mit eiskalten Händen und völlig durchfroren zurück zum Womo, allerdings mit wunderschönen Fotos! Astrid hat es hingegen vorgezogen im warmen Womo zu bleiben.


14.10.2025 Nordkap und Ende Teil 1

Es wird eine windige Nacht, gegen Morgen lässt der Wind nach und wir merken erst jetzt wie ruhig es doch draußen ist. Trotzdem wird Astrid bei Sonnenaufgang wach und beschließt mit Bonnie und der Kamera die Morgenrunde zu drehen. Außer ein paar weiteren Frühaufstehern, die ebenfalls hier übernachtet haben und ihre Hunde ausführen, sind noch keine Touristen da. Diesmal muss also Bonnie für Astrid modeln…

Fazit: Wir sind nun seit 6 Tagen unterwegs und haben in diesen Tagen etwas über 3000km zurückgelegt. Ja, das ist viel und hört sich so an, als hätten wir ziemlich aufs Gaspedal getreten… Nein! Wir haben die Fahrt sehr genossen! Alleine die Anfahrt erst durch Dänemark, dann durch Schweden war traumhaft schön! Nach Schweden müssen wir unbedingt nochmal gesondert hin. Fasziniert sind wir immer wieder aufs Neue von der sich ständig ändernden Landschaft, erst hier in Norwegen wird alles schroffer – klar, denn wir sind hier natürlich auch schon sehr weit im Norden. Wir haben uns mit Sicherheit selber etwas unter Druck gesetzt. Wir hätten ohne weiteres auch im Laufe dieser Woche am Nordkap ankommen können aber wir hatten die Wetteraussichten im Blick und die sagten alle voraus, dass ab heute Nachmittag Regengebiete aufziehen würden und wir wollten ja bei schönem, klarem Wetter am Nordkap sein!

Jetzt können wir uns Zeit lassen! Wir wissen nur, dass wir am 20.10.2025 unseren nächsten Termin haben, unser „ Nugget-Nordlicht-Treffen“ mit anderen Wohnmobilisten und Fotografen. Bis dahin lassen wir uns treiben. Mehr dazu dann in unserem 2.Teil! Hier noch ein paar Eindrücke von unserer Rückfahrt vom Nordkap.