Norwegen März / April 2022 / Teil 4

03.04.2022 Stongasundet – Hylkje

Wir werden wach in dieser wundervollen ungewohnten Stille. Es ist zum einen dieser abgeschiedene Stellplatz aber zum anderen, hat es die ganze Nacht über geschneit und es schneit immer noch!!! Oh je, wir müssen doch den steilen Weg wieder hoch auf die kleine Straße und dann zurück auf die kaum befahrene Hauptstraße…

Wir fahren sofort los, über die total zugeschneite und kurvenreiche 5, es schneit unaufhörlich weiter. Als wir die E39 in Sichtweite bekommen, suchen wir uns einen schönen Parkplatz und frühstücken erstmal.

Gestärkt geht es dann über die gut geräumte E39 Richtung Larvik. So langsam geht der Schnee in Regen über. Wir legen zwischenzeitlich an verschiedenen Stellen mehr oder weniger kurze Stopps ein, fahren aber immer wieder weiter, weil irgendetwas noch nicht stimmt.

Entweder kann man nicht genug mit Bonnie spazieren gehen, oder die Stellplätze über park4night sind nicht befahrbar. In Hylkje finden wir dann doch noch einen Platz mit Blick auf den Fjord.

04.04.2022 Hylkje – Borgund

Es hat die ganze Nacht durch geregnet. Die Wetterprognosen vermelden, dass wir das schlechte Wetter wohl hinter uns haben und die nächsten Tage trocken, aber kalt werden sollen.

Wir überlegen, wie unsere Reise in der letzten Urlaubswoche weitergehen soll. Entweder die Küste bis Oslo entlang fahren, oder ab Bergen quer rüber durch die Berge und über Lillehammer in Richtung Oslo???

Wir ver- und entsorgen noch eben bei einem großen Wohnmobil Händler und fahren dann wieder auf die E39 und biegen schon kurz danach Richtung Osten auf die E16 ab.

Wir folgen dieser Europastraße mit einigen Unterbrechungen stetig. Die Straße schlängelt sich am Fjord vorbei, es geht durch viele Tunnel, vorbei an Voss und Vossevangen, in Gudvangen verlassen wir kurz die E16 und biegen über eine abenteuerliche Straße in Richtung Bakka ab. Dieser Abstecher hat sich total gelohnt, ein kleines ( zu dieser Jahreszeit) verlassenes total schön gelegenes Bergdorf an einem Fjord. Wir gehen ein wenig spazieren und Bonnie entscheidet spontan, dass die Badesaison eröffnet ist…

Nach diesem Abstecher geht es zurück auf die E16. So langsam fangen wir an uns einen geeigneten Stellplatz für die Nacht zu suchen. Wir entdecken in der park4night App einen Campingplatz in Undredal, der angeblich ganzjährig geöffnet haben soll. Also versuchen wir unser Glück. Leider vergebens. Das Dorf ist noch im Winterschlaf. Also die 5 km zurück und weiter auf die E16. Wir fahren durch den nächsten Tunnel, dieser ist 11km lang. Okay, wir fahren in Aurlandsvangen ab, hier gibt es angeblich mehrere Stellplätze. Wieder vergebens, überall steht: Camping verboten. Schitte, was nun?? Wir entdecken, dass in ca. 45 km die um 1180 erbaute Stabkirche in Borgund steht, bei der es auch einige Stellplätze geben soll. Also nichts wie hin…

Wovon wir aber nichts wussten war, dass wir direkt wieder in einen Tunnel fahren würden und dieser der längste Strassentunnel der Welt ist! Der Lærdalstunnelen verbindet schnurgerade Aurlandsvangen mit Lærdal auf 24,5 km Länge!!! Ganz schön heftig. Alle 6 km gibt es in diesem Tunnel eine große Halle, die mit blauem Licht beleuchtet ist.

Von Lærdal geht es dann weiter über die E16 und durch den nächsten Tunnel nach Borgund. Hier besuchen wir die oben erwähnte Stabkirche. Leider um diese Jahreszeit noch geschlossen, dafür aber umgeben vom Schnee.

Aber leider gibt es an der Stabkirche in Borgund auch hier keine Möglichkeit zu übernachten. Wir fahren ein paar Kilometer weiter und parken auf einem Rastplatz, etwas abgelegen von der Europastraße und lassen bei einer guten Flasche Rotwein den Abend ausklingen. So war zumindest der Plan…

05.04.2022 Borgund – Lillehammer

Es sollte jedoch ganz anders kommen. Es wurde für uns die grauenhafteste und schlafloseste Nacht seit langem!

Wir haben bis kurz vor Mitternacht an unserem Blog gesch(rieben. Dann wollten wir nochmal kurz mit Bonnie raus und danach ins Bett.
Daraus wurde in dieser Nacht nichts!

Reinhard wollte mit Bonnie die letzte Runde drehen, sie hat wohl beim rausspringen schon eine Fährte gerochen oder ein Tier gesehen und ist sofort erst über eine schneebedeckte Wiese und danach einen Berg rauf in den Wald gestocht und ward nicht mehr gesehen (Reinhard war gerade dabei nach Halsband und Leine zu greifen um es ihr anzulegen). Wir hörten noch ein-zweimal das typische Jagdgebelle von ihr und dann stundenlang nichts mehr!
Wir sind die ganze Nacht bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt draußen rumgelaufen, haben zwischendurch mal einen Tee im Wohnmobil getrunken und immer wieder nach ihr gerufen, etc. Es war so furchtbar!!

Reinhard war die ganze Nacht draußen, Astrid hat sich dann gegen 4:30 Uhr für gut 1 Stunde hingelegt und als es anfing zu dämmern ist sie wieder aufgestanden. Wir haben hin und her überlegt, was wir tun können, in einem fremden Land, mitten in der Nacht und der Sprache nicht mächtig….
Astrid wollte dann so gegen kurz vor 6 Uhr gerade den Motor starten um die Straße rechts und links raufzufahren und abzusuchen, da sah sie plötzlich oben auf einem Felsen Bonnie stehen! Sie stand dort Schwänzchen wedelnd, fand aber alleine keinen Weg zurück und traute sich nicht weiter. Reinhard ist ihr den Berg entgegen rauf geklettert und hat sie in Empfang genommen! Wir hatten ja schon fast die Hoffnung aufgegeben, Bonnie nach über 6 Stunden Abwesenheit gesund und überhaupt lebend wiederzubekommen! Wir sind so unendlich dankbar und glücklich!

Wir waren so aufgewühlt, dass wir nicht in der Lage waren schlafen zu gehen und nur noch das Bedürfnis hatten so schnell wie möglich den Ort zu wechseln. So sind wir um kurz nach halb 7 gestartet und in den Sonnenaufgang hineingefahren.

Nach ca. 1-1,5 Stunden haben wir uns einen Parkplatz gesucht, uns aufs Bett gelegt und für ca. 2 Stunden geschlafen.

Nach unserer Ruhepause sind wir weiter die E16 gefahren und haben an der Stabkirche in Lomen eine Frühstückspause eingelegt und kamen nun auch so langsam zur Ruhe.

Nach diesem furchtbaren Zwischenfall haben wir beschlossen heute noch bis Lillehammer durchzufahren und dort für 2 Nächte zu bleiben um erstmal richtig durchzuatmen und wieder zur Ruhe zu kommen. Die Fahrt dorthin führte uns durch traumhafte Landschaften, teilweise noch total im Schnee versunken aber die Europastraßen waren allesamt frei geräumt.

Nach mehreren Kaffeepausen kamen wir dann um 16 Uhr auf dem Campingplatz in Lillehammer an. Nach einem weiteren Kaffee haben wir uns erstmal hin gelegt und fest geschlafen. Gegen frühen Abend sind wir dann mit Bonnie spazieren gegangen.

Zum Abendessen gab es heute frischen Lachs mit Frühlingszwiebeln und Zitrone auf Kartoffelgratin, zubereitet im Omnia, dazu einen bunten Salat.

06.04.2022 Lillehammer

Heute haben wir nicht viel gemacht, wir kommen zur Ruhe und sind so überglücklich einfach nur zusammen zu sein und Lillehammer zusammen zu genießen! Wir sind jetzt das dritte mal in Lillehammer und diese kleine Stadt gefällt uns von mal zu mal besser! Wir fühlen uns mittlerweile hier richtig wohl! Nach unserer Morgenrunde haben wir ein wenig für unsere Firmen gearbeitet und ansonsten einfach nur gefaulenzt. Gegen Mittag sind wir dann mit Bonnie in den Ort gegangen, was vor kurzem noch ein grauenhaftes Unterfangen gewesen wäre…

Im Moment ist sie relativ brav und sehr umgänglich… wir haben sogar bei strahlendem Sonnenschein in der Fußgängerzone in einem Café draußen gesessen und entspannt Kaffee und sehr leckere Muffins zu uns genommen.

Nachdem wir nun die letzten 20 Tage jeden Abend selber gekocht haben, haben wir zum krönenden Abschluss für diesen Abend einen Tisch im Restaurant Hvelvet reserviert. Die Google Bewertungen hörten sich sehr vielversprechend an!

Man kann Menüs mit mehreren Gängen und dazu die passenden Weine bestellen. Es war ein wunderbares, leckeres und gut aufeinander abgestimmtes Essen!

Ein wunderbarer Abschluss unseres doch sehr Erlebnis- und abwechslungsreichen Urlaubs. Wir werden wahrscheinlich morgen die Rückreise beginnen und in Etappen nach Hause fahren.

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