Norwegen 2025 – Teil 4

24.10.2025 Garsnes Camping – Andenes

Bevor wir wirklich die Heimreise antreten, nutzen wir noch die Chance einen Abstecher auf die Versterålen zu unternehmen. Reinhard hat die Wettervorhersagen ausführlich studiert und es soll uns morgen, am Samstag dort sonniges Wetter erwarten. Hoffentlich stimmt das…

Wir starten in Garsnes Brygge gegen 11 Uhr und fahren durch eine wunderschöne Winterlandschaft bis kurz vor Narvik. Dort verlassen wir die E6 und biegen ab auf die E10 in Richtung Lofoten / Versterålen. Kurz hinter dieser Abzweigung ist der Winter vorbei und uns begrüßt eine sonnige Herbstlandschaft. Leider hält das sonnige Wetter nicht lange an und je weiter wir in Richtung Nordwesten fahren, desto regnerischer und stürmischer wird es. Einige Male überlegen wir uns einen Stellplatz zu suchen, denn lt. Regenradar sollte es nicht regnen… Wir fahren schließlich bis Andenes, dem nördlichsten Punkt der Vesterålen und finden einen Campingplatz ( der angeblich ganzjährig geöffnet hat) aber keinen Menschen, bei dem wir bezahlen können. Der Wind ist ziemlich stark und wir parken unser Wohnmobil zwischen die nicht besetzte Rezeption und das Sanitärhäuschen. Mal schauen, wie sich die Nacht so entwickelt, ob wir bei dem starken Wind und dem immer wieder einsetzenden Regen überhaupt ein Auge zubekommen…

25.10.2025 – Andenes – Ulvsvåg

Astrid dreht mit Bonnie die Morgenrunde am Strand entlang.

Nach dem Frühstück fahren wir zuerst nach Andenes und schauen uns den Ort und den Hafen an. Um diese Jahreszeit wirkt alles sehr verschlafen. Wir denken, dass im Sommer hier mit den Wal-Safaris mit Sicherheit mehr los ist.
Was sehr beeindruckend ist, ist der Blick auf Senja, mit seinen gewaltigen Bergen

Vom Hafen aus, haben wir einen schönen Blick auf den Ort, der wohl auch Bonnie sehr gefällt

Wir fahren zurück an der Westküste entlang in Richtung Bleik. Dort halten wir für eine Kaffeepause und Astrid dreht mit Bonnie nochmal eine kleine Runde. Was uns auffällt ist, dass man hier mal wieder so richtig schön spazieren gehen kann.

Nach der Kaffeepause setzen wir unsere Fahrt gemütlich fort. Wir fahren durch das Landesinnere der Insel, ewig lange Straßen geradeaus, es wirkt, wie ein riesiges Naturschutzgebiet! Wir möchten doch so gerne Elche sehen. Eigentlich sollen hier auf der Insel in diesem Bereich 300 Elche leben! Aber keiner lässt sich blicken. Trotzdem begeistert die Tour, ach hätten wir doch noch mehr Zeit und könnten hier mal eine richtige Wanderung unternehmen…

So langsam müssen wir den Rückweg antreten. Wir haben bis nach Hause noch gut 2800km vor uns und müssen spätestens am 05.11. wieder arbeiten. Wir kommen inclusive mit der Fahrt einer Fähre um 18:30 auf einem Campingplatz in Ulvsvåg an. Wir sind nun wieder auf der E6, der wir bis mindestens Lillehammer folgen werden. Mittlerweile ist es stock finster draußen. Wir bereiten noch eben unser Abendessen ein Tomatenfischtöpfchen im Omnia zu und genießen den Abend.

Sehr lecker 😋

26.10.2025 Ulvsvåg – Arctic Circle – Hauknes

Zum Glück haben wir gestern Abend das Womo nochmal umgestellt, da wir vom Wind hin-und her geschüttelt wurden. Wir haben uns ganz nah an ein Haus gestellt und hatten so eine ruhige, entspannte Nacht.

Heute Morgen haben wir noch schnell alles frisch aufgetankt und sind nach dem Frühstück wieder losgefahren, immer der E6 folgend in Richtung Süden. Die erste Kaffeepause machen wir in Rognan, wir überlegen noch kurz, ob wir uns die Stadt anschauen wollen, verwerfen aber direkt wieder den Gedanken, weil es anfängt zu regnen.

Der nächste Stopp ist am Arctic Circle. Bis hier waren wir im Dezember 2019 gekommen und mussten dann wetterbedingt umkehren. Heute ist es hier zwar ein wenig weiß aber der Parkplatz ist gut zu befahren.

Wir planen noch bis Mo I Rana durchzufahren und dort in der Nähe nach einem Übernachtungsplatz Ausschau zu halten. In der Stadt selbst gefallen uns die Plätze nicht oder sie sind geschlossen. Wir fahren nochmal ca. 6 km südlich und finden einen Stellplatz in Hauknes, im einem Hafen, mit einem wunderschönen Blick auf den Fjord. Beim genaueren hinsehen, stellen wir fest, dass wir vor 6 Jahren schonmal versucht haben hier zu übernachten, aber damals wegen der großen Schneemengen leider die Zufahrt nicht gefunden hatten.

27.10.2025 – 29.10.2025 Von Hauknes über Steinkjer zum Drofjefjelt

Diese Tage, sind Tage der Rückreise. Wir kommen langsam wieder in Gebiete, die wir bereits einmal durchquert haben. So kommen wir auch an dem Stellplatz vorbei, wo wir uns vor 6 Jahren im Winter festgefahren hatten und Schneeketten anlegen mussten. Hier ist es immer noch genauso schön und diesmal machen wir hier unsere Kaffeepause.

Ein paar Vergleiche, 2019 und 2025

Der Unterschied ist gewaltig, ob man die E6 im Winter oder im Herbst fährt. Sie ist die Lebensader Nordnorwegens, trotzdem macht es Freude sie zu fahren.

Nachdem wir Nordland verlassen haben suchen wir uns einen Stellplatz in Steinkjer. Diesen finden wir an einem Museum. Wir übernachten dort mit einem weiteren Camper der mit seinem Pickup unterwegs ist.
Abend’s gibt es selbst gemachte Pizza!

In der Nacht holt uns Bonnie zwei mal aus dem Bett. Irgendetwas hat sie nicht vertragen, sie macht aber sonst auf uns einen ganz normalen Eindruck. Was wir jetzt noch nicht wissen, sie wird uns wenig später extrem schocken.

Morgens dreht Reinhard mit ihr eine kleine Runde, alles scheint normal. Nach dem Frühstück, kurz vor der geplanten Weiterfahrt geht er nochmals mit ihr kurz raus. Auf dem Rückweg zum Wohnmobil fällt Bonnie plötzlich mitten auf der Straße um, liegt auf der Seite und krampft. Dieser Zustand dauert mehrere Sekunden an, erst als sich Reinhard entschließt Bonnie zum Auto zu tragen, steht sie wieder auf. Wir fahren sofort zum Tierarzt, werden von dort an eine Klinik im Zentrum von Steinkjer verwiesen, wo wir glücklicherweise um 12:00 Uhr einen Termin bekommen. Dort wird sie ausgiebig untersucht, Blut wird abgenommen teils direkt untersucht, teils zur Untersuchung eingeschickt. Das vorläufiges Ergebnis der Blutuntersuchung gibt Gott sei Dank erst einmal eine Entwarnung, keine Vergiftung oder kein akuter Infekt. Die Ärztin beruhigt uns, wir sollen unseren Urlaub fortsetzen und ruhig nach Hause fahren. Bonnie können wir zu Hause weiter untersuchen lassen, dann sind auch die weiteren Ergebnisse der Blutuntersuchungen da, die wir in den kommenden Tagen per Mail zugesandt bekommen.

Wir fahren weiter, halten an einem kleinen Strand an, der uns wieder sehr bekannt vorkommt. Beim Aussuchen des Parkplatzes, hatten wir das noch nicht geahnt.

Am Ende kommen wir doch noch bis nach Berkåk, wo wir den Tag versuchen zu verdauen. Trotz der Nähe zur E6 verbringen wir hier eine sehr ruhige Nacht. Die Temperaturen sinken wieder auf -3 Grad.

Die Kirche von Berkåk

29.10.2025 Dovrefjell – Dombås

Wir stehen früh auf und fahren die letzten 50 Kilometer bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, bis zum Dovrefjell. Es ist schon seit langem ein Traum von Reinhard hier eine Wanderung zu unternehmen und die seltenen Moschusochsen zu fotografieren. Mal sehen, ob wir diese Tiere wenigstens vor die Kamera bekommen, die Elche verstecken sich ja immer vor uns.

Wir frühstücken noch eben und dann wandert Reinhard alleine los. Astrid bleibt mit Bonnie im Wohnmobil. Wir möchten Bonnie nach dem gestrigen Vorfall nicht zu viel zumuten. Außerdem wäre Bonnies Temperament und ihr Gebelle nicht gerade sehr förderlich, beim Fotografieren von wildlebenden Tieren…

Leider findet sich kein Moschusochse, der bereit ist, sich von mir ablichten zu lassen. Die Wanderung ist trotzdem wunderschön, die Landschaft, die Weite, sie nimmt mich einfach gefangen. Am Ende absolviere ich 18 km in dreieinhalb Stunden, bin zwar kaputt trotzdem aber auch sehr glücklich, die Strecke auf mich genommen zu haben.

Eigentlich wollen wir heute noch bis Lillehammer weiterfahren. Diese Fahrt über die Hochebene Richtung Dombås, dazu bei untergehender Sonne, fasziniert uns wieder aufs Neue. In Dombas angekommen, halten wir eben an der Kirche, die uns bei unserer ersten Norwegenreise so in den Bann gezogen hatte. Es war damals der 24.12.2019 und die Menschen gingen zum Heiligabendgottesdienst. Diese Szene spiegelte für uns das perfekte Weihnachtsfest wieder, die damals schneebedeckte Landschaft, strahlte für uns eine absolute Ruhe und Besinnlichkeit aus. Wir fuhren an dem Abend allerdings noch bis Trondheim weiter. Etwa ein knappes Jahr später wurde diese kleine idyllische Holzkirche bei einem Brand zerstört. Im September 2021 haben wir sie komplett eingerüstet fotografiert und jetzt erstrahlt sie wieder in vollem Glanze!

Ferner entdecken wir gegenüber der Kirche eine Bäckerei, decken uns mit frischen Zimtschnecken und Brötchen ein und beschließen hier vor Ort einen Stellplatz für die Nacht zu suchen. Wir finden etwas abseits der E6 einen kleinen Parkplatz und bleiben dort stehen.

30.10.2025 Dombås – Peer Gynt Vegen – Lillehammer

Astrid dreht mit Bonnie die Runde.

Nach dem Frühstück fahren wir wieder los. Wir wollen heute bis Lillehammer kommen und dort auf unserem Campingplatz übernachten. Es verspricht ein wunderschöner Tag zu werden, mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, dazu strahlenden Sonnenschein.

Knapp 60 km vor Lillehammer sehen wir einen Wegweiser zum „Peer Gynt Weg“. Schnell ist klar, wir nehmen den kleinen Umweg und verlassen die E6. Bei diesem tollen Wetter, wäre es schade, diese Strecke nicht zu fahren.

Der Peer Gynt Weg ist ca. 60 km lang und eine Mautstrasse die über eine Hochebene führt. Die Landschaft ist atemberaubend, dazu die Musik von Peer Gynt, wir fahren langsam und geniessen in vollen Zügen!

Auf Grund unseres kleinen Umwegs kommen wir erst in der Dämmerung in Lillehammer an. Reinhard geht sich etwas die Beine vertreten und in den Ort, während Astrid das Abendessen vorbereitet.

Wir haben einen klaren, wolkenfreien Himmel und je später der Abend wird, desto größer wird die Chance auf Nordlichter! Um 23 Uhr ist es soweit und Lady Aurora tanzt nochmal für uns! Welch ein Glück und das an unserem letzten Abend in Norwegen!

31.10.2025 Lillehammer – Schloss Tjolöholms

Nach dem Frühstück treten wir nun endgültig unsere Heimreise an. Wir haben noch knapp 1400 km vor uns. Wir planen für die Rückreise 3 Tage mit jeweils knapp 500 km pro Tag ein. Wir kommen bei schönem sonnigen Wetter hervorragend gut durch und entscheiden uns für den Landweg von Oslo nach Malmö. Gegen Nachmittag suchen wir uns über park4night einen Stellplatz, nahe der E6 aber doch weit genug entfernt, damit wir ruhig stehen und in die Natur schauen können. Wir finden einen Stellplatz neben einem Schloss in Schweden, südlich von Göteborg.

01.11.2025 Fjärås – Grömitz

Astrid dreht mit Bonnie eine schöne sonnige Morgenrunde um das Schloss herum.

Nach dem Frühstück geht es wieder auf die E6 Richtung Malmö, dann über die Øresundbrücke an Kopenhagen vorbei Richtung Fähre, die uns von Dänemark zurück nach Puttgarden bringt. Jetzt heißt es endgültig Abschied von Skandinavien zu nehmen! Es war ein wunderschöner, einzigartiger Roadtrip und ein besonderes Erlebnis! Wir kommen sehr gerne wieder!

Während wir etwas wehmütig auf der Fähre nach Deutschland sitzen überlegen wir, wie weit wir heute noch fahren wollen. Vor allem empfängt uns Deutschland mit dem typischem norddeutschen Wetter, es schüttet wie aus Kübeln… Wir fahren noch auf Empfehlung von Bea bis nach Grömitz, stellen uns auf den Wohnmobilstellplatz „Achtern Diek“ und freuen uns darauf, lecker Fisch essen zu gehen und dazu ein frisch gezapftes Bier zu trinken. Die Restaurantempfehlung von Bea ist ebenfalls perfekt, wir verbringen einen schönen Abend in dem gut gefüllten Restaurant!

02.11.2025 Grömitz – Greven

Astrid dreht mit Bonnie die Runde und bringt auf dem Rückweg leckere frische Brötchen und Croissants mit, hmm lecker!

Wir kommen heute am Sonntag wieder gut durch und entscheiden am Nachmittag das schöne Wetter noch auszunutzen und buchen eine Nacht am Dortmund-Ems Kanal in der Marina Fuestrup in Greven. Hier enden häufig unsere Skandinavienreisen. Wir gehen noch eine Runde mit Bonnie spazieren und genießen danach in dem kleinen Restaurant am Stellplatz ein leckeres Abendessen. Morgen früh fahren wir die letzten 135 km und werden dann schnell wieder zurück im Alltag sein. Aber die Erinnerung an diese Reise bleiben uns erhalten und wir hoffen, dass wir davon noch länger Zähren können.